Spieglein, Spieglein ...

Schreck lass nach!

Wie immer wild durcheinander quasselnd betraten wir den Stall, heute war meine Mutter mit zum Reiten gekommen. Finish begrüßte uns mit einem freudigen Blubbern. Während meine Mutter schonmal anfing, das Pferd zu putzen, holte ich noch ein paar Dinge aus der Sattelkammer. Als ich plötzlich Mutti's unruhige Worte hörte: „Ooooooh Gott, was hast du denn da am Bein, Finish? Suuuuuusannnnn komm mal bitte, der Finish hat da was.“

Nun passierte folgendes ...

Ich kam aus der Sattelkammer - leicht angespannt, da mein Pferd verletzt schien und ich im Kopf schon alle möglichen Szenarien durchspielte, die mich nun erwarten könnten: Nicht reiten; mindestens zweimal am Tag in den Stall fahren, um das Pferdebein einzureiben und zweimal täglich mindestens 30 Minuten Schritt führen; ruf ich den Tierarzt gleich an oder warte ich ab - und, und, und ...

Währenddessen lief ich in Gedanken versunken auf Pferd und Mutter zu. Als sich mein Blick auf beide richtete, stand mein Pferd völlig entspannt im Gang und Mutti besorgt daneben. Als sie mich sag, drehte sie sich mir und Finish zu und zeigte sofort besorgt auf Finish’s Vorderbein.

Finish, das Spieglein

Finish's Ohren stellten sich in diesem Moment auf, sein Blick richtete sich auf sein vorderes Bein – der Blick sprach tausend Worte - Oooooh Gott, da ist was. Mutti beugt sich gaaaanz laaaaangsam zum Bein nach vorn - um mir die vemeintlich verletzte Stelle von weitem zu zeigen.

Das war zuviel für Finish’s Fluchttierherz - das Monster musste direkt auf ihm draufsitzen! Er riss die Augen weit auf, hob den Schweif, Körperspannung, Nüstern gebläht, zur sofortigen Flucht bereit. Als ich bei den beiden angekommen war, tänzelte Finish unruhig um Mutti herum. Jedesmal, wenn meine Mutter nervös auf Finish's Bein schaute und zeigte, wurde seine Anspannung größer und das Tänzeln schneller.

Erleichterung für alle

Bei den beiden angekommen, streichelte ich dem sichtlich beunruhigten Finish ruhig über die Schulter und schaute mir das Bein an - nix dick, nix warm, keine sichtbare Verletzung. Das Pferd ging beim Führen nicht lahm - mir fiel ein Stein vom Herzen. Urteil: Da war nix. Während ich das Bein berührte, schaute Finish immer wieder unruhig nach unten und kaute dabei ab, stuppste das Bein und mich an, um dann beruhigt abzuschnauben und genüsslich zu gähnen.

Da hat sich wohl jemand in was reingesteigert ;-)

Pferde merken ganz genau, ob wir unsicher sind, aufgeregt oder entspannt. Hier eine schöne Zusammenfassung zu dem Thema von der Zeitschrift Cavallo: Wie war das mit dem Spiegel ...?

 

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